12. Tag der Automobilwirtschaft am 19. Oktober 2011

Keynote-Speaker: Matthias Müller

Matthias Müller, seit 01. Oktober 2010 Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, wird beim diesjährigen 12. Tag der Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen den Key Note Vortrag halten.

Professor Diez hatte Gelegenheit, mit Matthias Müller beim Genfer Automobilsalon ein Gespräch mit ihm über die Faszination der Marke       Porsche und seine persönlichen Ziele in seiner neuen Aufgabe zu führen.

Herr Müller, was macht für Sie die Faszination der Marke Porsche aus?

Zunächst einmal ist es natürlich die Geschichte, der Mythos Porsche. Die Marke weist eine große Kontinuität in ihrer Entwicklung auf, die nicht zuletzt durch die Familien, die dieses Unternehmen tragen, geprägt wird. Als zweites würde ich die hohe Mitarbeiterqualität auf allen Ebenen nennen. In anderen Unternehmen wird zwar gern davon gesprochen, dass jeder Mitarbeiter auch Unternehmer sein müsse. Bei Porsche wird das tatsächlich gelebt.  Und drittens – gewissermaßen als Ergebnis der beiden ersten Faktoren – die Produkte. Ich glaube, niemand kann sich der Faszination, die von einem Porsche ausgeht, ganz entziehen.

Welche Ziele haben Sie sich bei Porsche vorgenommen?

Porsche muss immer eine solide wirtschaftliche Basis haben. Dabei steht Rendite klar vor Volumen. Wichtig ist, dass wir nachhaltig profitabel sind. Dazu müssen wir auch die Modellzyklen besser steuern als in der Vergangenheit, also vermeiden, dass wir in einem Jahr zwei oder drei Neuanläufe haben und dann die nächsten Jahre gar keinen. Ganz wichtig ist mir auch die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Ich bin einem Elternhaus groß geworden, in dem Werte eine wichtige Rolle gespielt haben. Auch Unternehmen brauchen eine starke, wertebasierte Führung. Und last not least müssen wir natürlich gemeinsam die Marke weiterentwickeln. Die Marke Porsche hat noch ein großes Potenzial.

Man liest viel darüber, dass der Absatz von Porsche nochmals deutlich erhöht werden soll. Besteht da nicht eine Gefahr für die Exklusivität der Marke?

Wenn wir die richtigen Märkte besetzen, unsere Vertriebs- und Handelsorganisation weiterentwickeln und neue, attraktive Produkte auf den Markt bringen, dann werden wir gar nicht verhindern können, dass wir im Volumen wachsen. Ob das dann 150.000 oder 200.000 Autos sind, ist nicht die entscheidende Frage. Ich glaube auch, dass die vom Kunden wahrgenommene Exklusivität einer Marke nicht  vom Volumen abhängt. Entscheidend ist, dass wir das Erlebnis, einen Porsche zu besitzen, durch eine sehr persönliche und individuelle Kundenbetreuung auf einem hohen Niveau halten. Dadurch können und müssen wir uns von anderen Marken unterscheiden.

Welche Botschaft haben Sie an junge Menschen, die in der Automobilbranche Karriere machen wollen?

Wie Sie wissen, bin ich ja eigentlich Informatiker. Aber bei einem Aufenthalt am MITI in Japan Anfang der 90er Jahre habe ich gesehen, was das für eine tolle Branche ist. Als ich dann bei Audi das Produktmanagement für den A3 übernehmen konnte und mit Professor Ferdinand Piëch und Professor Martin Winterkorn zusammenarbeiten durfte, war das eine sehr spannende Erfahrung, die ich jedem jungen Menschen wünsche. Ich denke, es ist vor allem die Begeisterung für das Produkt und eine hohe Leistungsbereitschaft, die man mitbringen muss, um in der Autobranche seinen Weg zu machen. 

Kongress-Themen

Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses stehen Wachstumsstrategien in der Automobilwirtschaft. Neben der globalen Ausrichtung der Automobilhersteller und -zulieferer bildet die Ausschöpfung von Wachstumspotenzialen in gesättigten Märkten einen weiteren Themenschwerpunkt. So wird es in einer Diskussionsrunde speziell auch um Wachstumsstrategien im deutschen Automobilhandel gehen.

Nachdem BMW-Chef, Dr. Norbert Reithofer, der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dr. Dieter Zetsche und Volkswagen-Lenker Professor Dr. Martin Winterkorn in den zurückliegenden Jahren für die Keynotes sorgten, wird Matthias Müller in diesem Jahr zu den künftigen Herausforderungen der Automobilbranche referieren. Im vergangenen Jahr konnten bei der Veranstaltung in Nürtingen rund 600 Gäste begrüßt werden. Wie in der Vergangenheit wird sich der Teilnehmerkreis aus Geschäftsführern und Inhabern aus dem Automobilhandel, führenden Vertriebsmanagern aus dem Kreis der Hersteller und Importeure sowie aus Studierenden unserer Hochschule mit dem Studienschwerpunkt Automobilwirtschaft zusammensetzen. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich über das Leistungsspektrum automobilnaher Dienstleister in der angegliederten Ausstellung zu informieren.

 


Das Institut für Automobilwirt-schaft ist eine wissenschaftliche Einrichtung an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

Im Mittelpunkt steht die branchenorientierte und praxisnahe Forschung im Bereich des Automobilvertriebs und -handels.

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