12. Tag der Automobilwirtschaft
Kretschmann bietet Autoindustrie Unterstützung und eine faire Partnerschaft an – Porsche-Chef Müller sieht Branche weiter im Aufwärtstrend
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„In dieser historischen Umbruchphase hin zu nachhaltiger Mobilität kann die baden-württembergische Automobil- und Zulieferindustrie ihre Innovationskraft unter Beweis stellen. Unsere Hersteller verfügen über ideale Voraussetzungen, um Verkehr und Mobilität modern und zukunftsorientiert zu gestalten. Die Landesregierung bietet ihnen hierbei ihre volle Unterstützung und eine faire Partnerschaft an“, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann beim 12. Tag der Automobilwirtschaft des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen.
Kretschmann fordert „vernetzte Mobilität“
Die Politik werde die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, um umweltschonendere Antriebe und neue Konzepte innovativer, vernetzter Mobilität voranzutreiben. Speziell im Forschungs- und Entwicklungsbereich würden die Anstrengungen ausgebaut, um Baden-Württemberg zu einem Pionier der Elektromobilität zu machen. Zwar müsse auch in Zukunft niemand auf sein Auto verzichten, dennoch müssten alle Bürgerinnen und Bürger ihre Gewohnheiten hinterfragen, führte der Ministerpräsident im Rahmen der Veranstaltung aus.
Porsche-Chef Müller erwartet Wachstum des Weltautomobilmarktes auf 100 Mio. Einheiten
Porsche-Chef Matthias Müller sieht die Automobilindustrie weiter auf Wachstumskurs. Zwar könnte unsere konjunkturelle Lage die Entwicklung auf den Automobilmärkten vorübergehend bremsen: „Auf längere Sicht stehen die Signale aber klar auf Wachstum“, betonte Müller in seiner Rede. Er halte es für möglich, dass der globale Automobilabsatz schon vor Ende dieses Jahrzehnts die Marke von 100 Millionen Einheiten erreichen könne gegenüber 60 Mio. Fahrzeugen in diesem Jahr.
Für Porsche sieht Müller bis zum Jahr 2018 ein Absatzpotenzial von 200.000 Einheiten. Eine Gefährdung der Exklusivität der Marke sieht er dabei nicht: „Der weltweite PKW-Absatz ist im vergangen Jahr um rund zehn Prozent gestiegen. Das entspricht etwa sechs Millionen Fahrzeugen. Dagegen sind die 100.000 Einheiten, die Porsche in einigen Jahren zusätzlich absetzen will, eine verschwindend geringe Menge“, erklärte der Porsche Manager.
Bezugnehmend auf die Ausführungen von Ministerpräsident Kretschmann erklärte der Porsche-Chef, dass Porsche nicht nur den Verbrauch seiner Fahrzeugpalette weiter absenken werde und das Thema Elektromobilität sehr ernst nehme. Die Branche müsse auch einen Beitrag leisten, um intelligente und vernetzte Verkehrssysteme zu entwickeln, mit denen eine bedarfsgerechte Verteilung von Menschen und Gütern auf die verschiedenen Verkehrsträger gewährleistet werde.
Chancen für ein gutes Autojahr 2012
Bei der Eröffnung des Kongresses erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA), Professor Dr. Willi Diez, dass die Chancen für ein gutes Autojahr 2012 nach wie vor intakt seien. Zwar könne niemand die gesamtwirtschaftlichen Risikofaktoren übersehen, doch bislang zeige sich – im Gegensatz zur Situation nach der Lehmann-Pleite im Herbst 2008 – kein abrupter Absturz der Verkaufszahlen: „Nach dem stürmischen Aufschwung des Automobilmarktes in den Jahren 2010 und 2011 zeichnet sich für das Jahr 2012 eine weiche Landung ab,“ erklärte Diez.
Er erwarte eine Halbierung der Wachstumsrate des Weltautomobilmarktes auf 2,5 Prozent gegenüber 5 Prozent im Jahr 2011. Diese würde einen Zuwachs von 59,0 Mio. verkauften PKW im Jahr 2011 auf 60,5 Mio. im Jahr 2012 bedeuten. Für Deutschland erwartet Diez einen annähernd stabilen Gesamtmarkt in der Größenordnung von 3,10 bis 3,15 Mio. Einheiten.
Wichtig sei, die konjunkturelle Lage nicht schlechter zu reden als sie sei: „Gerade der Automobilkauf hat viel mit Psychologie zu tun“, warnte Diez und plädierte daher für eine an den fundamentalen Marktdaten orientierte Einschätzung der künftigen Entwicklung.
Aktuelle Studien
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